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► Griffelbeinbruch

Die Griffelbeine sind dünne, längliche Knochen. Sie liegen auf der Rückseite des Röhrbeins, mit dem sie auch gelenkig verbunden sind. Sie bilden zusammen mit dem Röhrbein den Mittelfuß.

An jedem Bein gibt es ein äußeres und ein inneres Griffelbein. Sie sind entwicklungsgeschichtlich gesehen die zurückgebildeten Reste der Mittelfuß- bzw. Mittelhandknochen, den so genannten Strahlen. In der Urzeit hatte das Pferd noch fünf Strahlen. Heute ist nur noch der mittlere Strahl beim Pferd voll ausgebildet und trägt als Röhrbein das ganze Gewicht. Zwischen den beiden Griffelbeinen verläuft der sehnige Musculus interosseus, der sich im unteren Bereich der Griffelbeine in zwei Schenkel aufspaltet. Er gehört zum so genannten Fesselträger und wird der Einfachheit halber auch oft als Fesselträger bezeichnet.

Das Griffelbein hat am oberen Ende eine Verdickung, die auch Griffelbeinköpfchen genannt wird. Die Griffelbeinköpfchen der Vorderbeine sind über Gelenke mit den Knochen der Vorderfußwurzel, also dem Karpalgelenk verbunden. An den Hinterbeinen bilden sie Gelenke mit den Sprunggelenkknochen. Nach unten werden die Griffelbeine schmaler, um am Ende ein kugeliges Griffelbeinknöpfchen auszubilden.

Ursachen

Am Griffelbein treten relativ häufig Knochenbrüche (Frakturen) auf. Dabei kann jedes der insgesamt acht Griffelbeine betroffen sein. Ein Griffelbein bricht vorzugsweise an zwei Stellen:

  • Proximale Griffelbeinfrakturen: Im oberen Drittel des Griffelbeins kommen gedeckte und offene Frakturen vor. „Offen“ bedeutet, dass auch die Haut und die Weichteile über der Fraktur verletzt sind. Brüche an dieser Stelle werden auch proximale Griffelbeinfrakturen genannt. Die oberen Griffelbeinfrakturen werden durch einen Schlag von außen verursacht. Dabei kann die Haut mit verletzt werden, so dass Schmutz und Bakterien in die Wunde gelangen können. Bakterien führen zu einer eitrigen Infektion der Wunde. Diese kann auf die Knochen übergehen und eine eitrige Knochenentzündung verursachen. Im ungünstigsten Fall kann diese bakterielle Entzündung auch auf die unterste Abteilung des Karpal- bzw. des Sprunggelenks übergreifen.
     
  • Distale Griffelbeinfrakturen: Im unteren Bereich des Griffelbeins treten die distalen Griffelbeinfrakturen auf. Diese sind immer gedeckt. Sie haben eine andere Ursache als die proximalen Frakturen. Diese Frakturform tritt häufig bei älteren Trabern auf. Sie ist auf die sehr starke Belastung des unteren Abschnitts des Griffelbeins bei hohen Geschwindigkeiten zurückzuführen. Dieser dünne Abschnitt ist relativ starr und wenig elastisch. Bei hoher Geschwindigkeit werden die unteren Griffelbeinenden aber durch die Aktivität des sehnigen Abschnitts des Musculus interosseus zu einer Art Pendelbewegung nach innen und außen gezwungen. Diesen Kräften gibt der Knochen irgendwann nach und knickt ab. Man spricht auch von einem Ermüdungsbruch.
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